
by Henning Mankell
Hacker haben es auf die Datennetze der Weltbank abgesehen, die Weltwirtschaft soll ins Chaos gestürzt werden: Kommissar Wallander steht vor einer neuen Dimension des Verbrechens, einem Computerverbrechen von internationalem Format. Doch obwohl er mehr als einmal an seine Grenzen stößt und auch sein Liebesleben in die Turbulenzen der Ermittlung verwickelt wird, bringt er diesen Fall zu einem erfolgreichen Abschluß…
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2001, Kopiert von perlentaucher.de
Wenig erfährt man in Martin Meyers Rezension über das neue Buch von Henning Mankell, und das ist keineswegs ein Nachteil, nehmen doch Rezensenten durch die Preisgabe vieler inhaltlicher Detail leider häufig schon im Vorfeld die Vorfreude auf die Lektüre. Meyer wirft hingegen einen Blick auf alle bisher erschienenen Mankell-Romane und entdeckt auf diese Weise interessante Aspekte, die den Autor als weit mehr als einen gewöhnlichen Kriminalschriftsteller herausstellen. Er sieht in Mankells Werk metaphysische und philosophische Aspekte. Der Autor entlarve die Welt des Verbrechens durch die Art, wie er sie in aller Grausamkeit darstelle, als Reaktion von zugegeben kranken und wahnsinnigen Menschen auf eine “zerfahrene, verletzbare, durch tausend Abhängigkeiten unüberblickbare” Lebenswirklichkeit. Selbst Kommissar Wallander, mit dem nötigen Scharfsinn ausgestattet, um die perfidesten Fälle aufzuklären, könne diese Welt nicht wirklich verstehen, erklärt Meyer. Somit habe Mankells Krimiwelt existentialistische Züge, interpretiert Meyer. Für ihn hat die Figur Wallanders “literarisches Format”, die “in ihrer zweifelnden Existenz, in ihrem Unvermögen zu Bindung und Liebe, in ihrem seltsam verschobenen Pflichtbewusstsein auch die Syntax einer ortlos gewordenen Gesellschaft” zu verkörpern scheint. Wenn “Wallander-Enthusiasten” den neuen Roman nicht als den besten einstufen, so vielleicht, könnte man als Fazit aus Meyers Ausführungen ziehen, weil sie die Tiefe der Romanwelt und ihrer Hauptfigur noch nicht durchschaut haben.
Facts:
English title: Firewall
Original title: Brandvägg
Published: 1998
