
by Jonathan Franzen
Nach fast fünfzig Jahren als Ehefrau und Mutter ist Enid Lambert entschlossen, ihr Leben ein wenig zu genießen. Alles könnte so angenehm sein, gemütlich, harmonisch – einfach schön. Doch die Parkinsonsche Krankheit hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei Kinder haben das traute Familienheim längst verlassen – um ihre eigenen tragikomischen Malaisen zu durchleben. In dem Wunsch, es sich noch einmal so richtig gutgehen zu lassen, verfolgt Enid hartnäckig nur ein Ziel: Sie möchte die ganze Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich scharen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.06.2002, kopiert von perlentaucher.de
Die Kritik ist lang, aber das Buch ist es auch und nicht wenig davon schickt Martin Krumbholz sich an nachzuerzählen. Das Personal ist überschauber, Vater Alfred – mit Alzheimer -, Mutter Enid – die die Kinder noch einmal zu Hause versammelt -, Sohn Chip – der Versager mit literarischen Ambitionen -, Tochter Denise – die Ex-Küchenchefin – und Sohn Gary – der Erfolgreiche, mit Frau und Kind: ein Familienroman. Erzählt werden “fünf Lebensgeschichten”, zusammengehalten vom “Mythos” Familie, von den “Verstrickungen”, aus denen deren Mitglieder nicht entkommen, zusammengefügt ist das ganze, meint der Rezensent, mit Eleganz. Kaum etwas scheint ihm überflüssig, Jonathan Franzen schreibe mit “Witz”, aber ohne alle Angeberei (manchmal auch “direkt” und “bissig”), sei einem “aufgeklärten Realismus” verpflichtet, erlaube sich jedoch den einen oder anderen lässig postmodernen Schlenker. Am Individuellen sichtbar werden, so Krumbholz, Wahrheiten über Abhängigkeiten, die man nicht los wird, über Korrekturen, die nicht gelingen können. Mit einem Wort: ein überaus gelungener Roman.
Facts:
English title: The Corrections
Original title: The Corrections
Published: 2001
