
by Frank Herbert
Aber unsere Welt gleicht der aus dem Buch noch auf eine andere Weise. Zehntausende Jahre in die Zukunft entwirft Frank Herbert eine Zivilisation, in der technischer Fortschritt und politische Emanzipation vor der Macht endgültig kapituliert haben; das Universum ist längst zurückgestürzt in einen trostlosen Feudalismus. So brutal walten hier Ständeordnung und Beharrungskräfte, dass der technische Fortschritt sich diesen Kräften beugen muss. Er zeigt sich nur noch dort als »Innovation«, wo gewissenlose Fürsten und religiöse Fanatiker ein neues Gadget sich leisten oder die Unterdrückten ums nackte Überleben kämpfen. Da mischt mal einer ein neues Gift an, um den verhassten Hausherrn zu meuchelmorden, oder die Wüstenkämpfer tragen Ganzkörperanzüge, deren Röhrchen und Schläuche aus Körperausdünstungen kostbares Trinkwasser destillieren. Sonst aber schrumpft Technik wieder zu Magie und Mimikry: Flugzeuge schlagen mit den Flügeln wie Vögel, das Navigieren der Raumschiffe überlässt man den Schamanen. Wer heute also den Roman »Dune« wieder zuschlägt, der findet sich so bewegt, wie nur die großen Werke der Science-Fiction uns bewegen können: Irgendwer hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen und jetzt falle ich. Leben nicht auch wir heute in einer Welt, in der keine technische und keine politische Neuheit mehr auf uns wartet, die uns aus der Traurigkeit reißen könnte, unter die man uns zwingt?
Facts:
English title: Dune
Original title: Dune
Published: 1965
