
by Carlos Ruiz Zafón
KLAPPENTEXT
Wir schreiben das turbulente Jahrzehnt vor dem Bürgerkrieg, als alles aus den Fugen gerät. Die Bevölkerung Barcelonas explodiert, die Stadt expandiert, Gaudí erschafft seine Kathedrale, Banden kontrollieren ganze Stadtviertel und die Anarchisten zünden ihre Bomben. Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät…
Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Phantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige. In eine Welt, die vom diabolischen Wunsch nach ewigem Leben und Ruhm regiert wird.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008, kopiert von perlentaucher.de
Mit großem Vergnügen hat Rezensent Burkhard Müller diesen Roman von Carlos Ruiz Zafon gelesen. Spürbar ist für ihn der Spaß, den der Autor beim Schreiben gehabt haben muss. Auch wenn er das Werk nicht für die allerhöchste Literatur hält, sondern eher für ein gelungenes Genre-Stück, ist er immer wieder von Ruiz Zafons Können beeindruckt. So stört er sich auch nicht daran, dass in der schauerlichen, in Barcelona des beginnenden 20. Jahrhunderts angesiedelten Geschichte wieder einmal ein Schriftsteller die Hauptrolle spielt. Den leicht schundigen Fortsetzungsroman “Die Stadt der Verdammten”, den dieser schreibt, findet Müller höchst amüsant. Mit großem Lob bedenkt er Ruiz Zafons gekonnten Einsatz sämtlicher Mittel einer “halsbrecherischen Kolportage”. Etwas kritischer sieht er dagegen die Figurenzeichnung. Von den Hauptprotagonisten abgesehen wirken die Figuren auf ihn eher wie Masken. Und dass der schüchterne und verträumte Jung-Schriftsteller am Ende des Romans zum “Action-Helden” mutiert, hält Müller schon für etwas übertrieben. Sein Fazit: “Gutes Genre ist immer besser als schlechte Literatur.”
Facts:
English title: The Angel’s Game
Original title: El juego del ángel
Published: 2008
